Mulsal® N zur Behandlung der Epicondylitis lateralis humeri
Wirksamkeit und Verträglichkeit
Studien-Nr.: MU-693 602
Randomisierte doppelblinde Parallelgruppenstudie gegen Placebo
Integrierter biometrisch-medizinischer Abschlußbericht gemäß FDA- und
CPMP-Richtlinien
Leiter der Studie: Dr. med. Klaus Uffelmann
Lehrbeauftragter für Allgemeinmedizin der Universität Marburg,
Krälingstraße 13, D-35285 Gemünden, Germany
Auswertung durch: MUCOS Pharma GmbH & Co, Abt. Klinische
Forschung , Kirchplatz 8, D-82538 Geretsried, Germany
Bericht erstellt durch: PharmaScript, Kathi-Kobus-Steig 1, D-82515 Wolfratshausen,
Germany
Zusammenfassung
In dieser Placebo-kontrollierten, multizentrischen, doppelblinden Studie
konnte gezeigt werden, daß die Behandlung der Epicondylitis lateralis
humeri mit dem hydrolytischen Enzympräparat Mulsal® N sehr
erfolgreich ist. Als Vergleich diente eine Placebogabe.
74 Patienten mit Epicondylitis lateralis humeri wurden in die multizentrische
Studie aufgenommen und randomisiert auf zwei Gruppen verteilt. 38 Patienten
erhielten das Enzympräparat Mulsalâ N (Enzymgruppe) und 36 Patienten (Placebogruppe) bekamen
Placebo. Die Studie wurde in elf Zentren durchgeführt. Die Daten aller
Patienten waren auswertbar.
Studienleiter war Dr. med. Klaus Uffelmann, Arzt für Allgemeinmedizin,
Krälingstraße 13, D-35285 Gemünden.
Die Patienten nahmen pro Tag 3 x 4 "Enzymdragees" über einen Zeitraum
von vier Wochen. Nach dem Therapieende wurden zwei weitere Nachkontrollen
durchgeführt.
Die Gruppen waren zu Beginn der Studie in bezug auf Alter, Größe und
Dauer der Epicondylitis lateralis humeri vergleichbar (p > 0,05,
Wilcoxon-Mann-Whitney-U-Test). Bezüglich des Gewichtes lag zwischen
den beiden Gruppen ein Unterschied auf dem 5%-Niveau vor (p = 0,0124).
Der Unterschied wurde aber als nicht relevant eingeschätzt.
Als Hauptkriterium für die statistische Auswertung wurde die Ausprägung
des Summenscores aus den Schmerzuntergruppen und den Funktionsstörungen
herangezogen.
Als Nebenkriterien wurden die Bewegungseinschränkung, der Analgetikaverbrauch
und die Globalbewertung der Prüftherapie durch den Arzt und die Patienten
deskriptiv ausgewertet.
Für das geprüfte Hauptkriterium, den Summenscore aus den Schmerzuntergruppen
und den Funktionsstörungen, traten ab der 2. Woche bis zur zweiten Nachuntersuchung
nach 6 Wochen statistisch signifikante Unterschiede zugunsten der Enzymtherapie
auf (p < 0,05).
Bei den Nebenkriterien betrug der Unterschied bei der Bewegungseinschränkung
zwischen den Gruppen bis zum Therapieende mehr als 20% zugunsten der
Enzymgruppe. Der Analgetikaverbrauch (Diclofenac) war in der Placebogruppe
nach 4 Wochen 3,4mal so hoch wie in der Enzymgruppe, ab der 2. Woche
war der Unterschied statistisch signifikant (p < 0,05).
Die Wirksamkeit der Prüftherapie war in der Enzymgruppe vom Arzt mit
2,0 ("gut") und von den Patienten mit 2,1("gut") bewertet worden. In
der Placebogruppe beurteilte der Arzt die Wirksamkeit mit 3,7 ("mäßig"
bis "unbefriedigend") und die Patienten beurteilten sie mit 3,5 ("mäßig"
bis "unbefriedigend"). Der Unterschied zwischen den Gruppen war jeweils
hochsignifikant (p < 0,0001 ).
Die Verträglichkeit war vom Arzt nach Therapieende in der Enzymgruppe
mit 1,8 ("sehr gut" bis "gut") und in der Placebogruppe mit 1,9 ("gut")
und von den Patienten in der Enzymgruppe mit 1,6 ("sehr gut" bis "gut")
und in der Placebogruppe mit 1,7 ("sehr gut" bis "gut") bewertet worden.
Zwischen den Gruppen lagen keine Unterschiede vor (p > 0,05).
Unerwünschte Ereignisse traten in der Enzymgruppe bei drei Patienten
auf und in der Placebogruppe bei vier Patienten. Die meisten unerwünschte
Ereignisse betrafen den Gastrointestinaltrakt. Sie begannen in der Enzymgruppe
im Durchschnitt nach 13,0 Tagen und in der Placebogruppe nach 12,5 Tagen
und dauerten im Mittel in der Enzymgruppe 5,7 Tage und in der Placebogruppe
6,7 Tage. Sie waren in beiden Gruppen im Durchschnitt "mittelschwer".
Die unerwünschten Ereignisse blieben in der Enzymgruppe in drei Fällen
ohne Nachwirkungen und in der Placebogruppe in zwei Fällen. Zweimal
fehlten entsprechende Angaben. Die Häufigkeit unerwünschter Ereignisse
war in beiden Gruppen vergleichbar (p= 0,7071). Die Auswertung der einzelnen
Zentren zeigte keine zentrumsbedingten relevanten Unterschiede, so daß
die Gesamtauswertung mit den gepoolten Daten erfolgen konnte.